Ötztaler Radmarathon 2015

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Es gibt wohl wenige Wörter, die treffender beschreiben, welche Widersprüche den Radsport ausmachen. Ein „schönes Leiden“ war der  Ötztaler Radmarathon 2015, der nun schon wieder Geschichte ist. 238 Kilometer windet sich die Strecke über insgesamt etwa 5500 Höhenmeter. Vier Gipfel erklimmen die Sportler, zum höchsten, dem Timmelsjoch auf  2759 Höhenmeter hinauf. Selbst die Schnellsten brauchen sieben Stunden für die gesamte Strecke. In diesem Jahr gingen Hubert Stricker und Insa Gruben vom TuS Engter bei schon milden Temperaturen um 6:45 Uhr an den Start…was für eine Gänsehautstimmung, der Wahnsinn konnte losgehen…

 Volle Konzentration auf die Abfahrt. 32 km, 4700 Starter mit bis zu 80 km/h…alles gut gegangen, da die Strecke durch die vielen Einsatkräfte auch top gesichert war. Die Auffahrt zum Kühtai war dann sehr voll und es hieß sich „durchwurschteln“…aber alles lief problemlos. Der Anstieg verläuft „treppenförmig“….steile Rampen (Ochsengarten mit 18 % über 1500 m -„Wer hat die Straße hier an die Wand genagelt?“) und flachere Passagen im Wechsel.Kaum ist die Passhöhe erreicht geht es auch schon in die Hochgeschwindgkeitsabfahrt, auf der es leider auch dieses Jahr wieder zu schwereren Stürzen gekommen ist (da fällt es schwer wieder die Gedanken nur auf das Rennen zu lenken)… Durch Zahlreiche Baustellen und Fahrbahnverengungen wurde dieses Jahr die Abfahrt technisch erschwert, allerdings war auch hier die Absicherung durch den Veranstalter wieder sehr gut und die berüchtigten Kuhherden im Kühtai waren diesmal nur kurz auf der Passauffahrt zu sehen.

Weiter ging es von Kematen durch Innsbruck  rauf auf den Brenner…leider blies hier der Fön den Fahreren entgegen und  eine gut funktionierende Gruppe in der man sich im Windschatten ein wenig „ausruhen“ konnte war nicht von Nachteil. Nach einem kurzen „auftanken “ an der Labestation (die im übrigen mit Pasta, Kuchen und lauter guten Sachen eigentlich zu einma Picknick einlud)ging es in die Abfahrt Richtung Sterzing und rauf auf den Jaufenpass….36° C und es wurd noch heißer….Als die Passhöhe erreicht war, ging es in die technisch schwierige Abfahrt. Zahlreiche Baustellen, Quer- und Längsrisse und auch die abnehmende Konzentration machten die Abfahrt nicht grade zum Genuß….St.Leonhard erreicht bei: 39,8 °C….die Sonne stand gnadenlos auf das Timmelsjoch. Danke an die  zahlreichen Menschen, die uns von außen und innen mit Wasser versorgt haben…man hat noch nie so viele Radler beim „Ötzi“ schieben sehen, jeder noch so kleine Fleck Schatten wurde für Pausen genutzt…wir alle hatten mehr oder weniger starke Krämpfe. Die letzten Serpentinen erreicht und trotz der 13% Steigung, machten sich dann schon mal Glücksgefühle breit  und bekannte Gesichter nahmen uns jubeld an der Passhöhe in Empang…dies war Motivation genug noch die letzten Kilometer über die Passhöhe zu „fliegen“ und in die schnelle Abfahrt zu gehen…der Gegenastieg zur Maut…noch mal kurz den Schmerz aushalten… auch in der  Abfahrt wieder Jubelrufe von Freunden am Straßenrand und der lezte Schub ins Ziel.Die Einfahrt ist für jeden der es erreicht mir einem unbeschreiblichen Endrorfinrausch verbunden. Hubert wurde von seiner Frau und Insa von ihrem Freund (der selber mit einer Zeit von 8:57 Std gefahren ist) in empfang genommen.Das gehört eben dazu für all jene, die den Ötzi lieben, weil sie schöner leiden wollen.
Zeiten:Hubert Stricker: 09:38 Std.
Insa Gruben: 12:09 Std.